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Wolfram J. Starczewski

"Mich interessiert, woher wir kommen und wohin wir wollen."

(…)
In der Inszenierung von Wolfram Starczewski, apostrophiert durch ein spektakulär unspektakuläres Bühnenbild und jetztzeitliche Kostüme von Claudia Glaser, wurde aus dem „Dramma serio“ ein bewusst auf Kammerspiel-Format reduziertes Psychodrama. Der Themenparcours besteht aus der Zusammenballung menschlicher Abgründe - Sex und Liebe, Treue und Intrige, Güte und Rache, Macht und Lüge stoßen auf engstem Raum auf- und gegeneinander sowie auf unüberwindbare Hürden.(...) Bernd Hielscher, Straubinger Tagblatt, 27.11.08

(...) Claudia Glaser hat eine Bühne gebaut, die in ihrer geometrischen Strenge, in ihrem blendenden Licht, in der glatten, fernen Kühle ihrer Farben an die Szenerie kalifornischer Villen in manchen Bildern von David Hockney erinnert. In der gleichen Strenge die Kostüme, von deren einheitlichem Grau und Weiß sich Titus ein wenig abheben darf, Vitellia allerdings in hinreißender Fülle und Eleganz.
Aus diesem Glanz des Anfangs wie aus dieser kalkulierten Strenge gewinnt Wolfram J. Starczewski die Fallhöhe für seine Interpretation des Titus. Einsam, vereinzelt, isoliert ist bei ihm nicht nur der Titelheld. Mir dem Fortschreiten der Handlung geraten alle Figuren immer tiefer in ihre ganz persönliche Isolation hinein. Diese psychologische Sicht kann sich durchaus auf Mozart berufen, der seinen Personen namentlich im zweiten Akt lange und überaus persönlich gehaltene Arien geschrieben hat. An dieser Stelle krönt Anna Janiszewski ihre bewegende Darstellung des Sesto in ihrem Abschiedsgang an Titus „ Deh per questo instante solo“ (Nur einmal noch). Das zentrale Seelendrama des Stückes ist am Ende angelangt.
Musikalisch grundiert war diese psychologische Feinarbeit vom Orchester. (...) Auch die Ensemble-Nummern waren genau ausbalanciert. Das wiederum fand auf der Bühne seine Entsprechung, wo Starczewski seine genau kalkulierte Strenge auch im Tumult nicht aufgab. So gelang ihm mit dem Schluss des ersten Aktes ein bezwingendes Bild. Er zeigt nicht die Aktion des Aufruhrs, sondern den Moment danach. Das Schreckliche ist schon geschehen- die Bombe explodiert, der Zug entgleist, tägliche Bilder aus dem Fernsehen- und in der Erstarrung danach stützen sich die Entsetzten, die Verletzten gegenseitig. Gelingen also auf hohem Niveau - und dazu trug wiederum das vorzügliche Solisten-Ensemble des Landestheaters Niederbayern bei. (...) Am Ende langer Beifall eines bewegten Publikums.


 Hermann Metzger, Landshuter Zeitung, 8.12.08

(...) Regisseur Wolfram Starczweski macht aus „Titus“ ein hinreißendes Psychogramm, in dem sich die Menschen von heute in ihrer Sehnsucht nach Liebe und Macht in einem ziemlich isolierten Dasein wiederspiegeln. Starczewski konzentriert sich voll auf die Personenregie, vertraut der Wirkung der Sänger, deren theatralische Begabung, faszinierende Ausstrahlung und sängerisches Können. Das Ergebnis ist großartig, avanciert zur gesungenen Philosophie von Macht und Liebe, Pflicht und Freiheit, jede Arie ein Erlebnis. Blau und klar wie der Himmel erschließen sich neue Opernhorizonte. 
Die Auswahl der Sänger schafft eine nicht nur hochkarätige Besetzung, sondern eine ästhetische Harmonie und emotionale Ausdruckskraft, wie man sie selten erlebt. (...) Michaela Schabel, Landshut aktuell, 10.12.08

(...) Büchners „Woyzeck“ zeigt in der Inszenierung von Wolfram J. Starczewski die Tragödie zweier Menschen, die, weil sie ihrer selbst nicht habhaft werden, auch nicht zueinander kommen können. Da aber Marie samt Kind dem Franz der einzige Halt in diesem schwindelerregenden Leben sind, tötet der Mann die Frau, die ihn fallen lässt, im Sturz, und somit auch sich selbst. Dass es soweit kommen wird, daran lässt Starczewski von Anfang an keinen Zweifel. Er inszeniert aus dem Büchnerschen Fragment primär die Beziehung der beiden, nimmt sich für nur anderthalb Stunden Text. Präzise und diszipliniert Inszenierung wie Ensemble. (...) „Woyzeck“ ist eine Fackel aus der Vergangenheit, die in einer Stafette weitergereicht wird, von Generation zu Generation in den Theatern von neuem zum Leuchten gebracht. Daran hat Starczewskis Inszenierung einen schönen Anteil. Helmut Schmitz, Frankfurter Rundschau 19.04.99