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Wolfram J. Starczewski

"Mich interessiert, woher wir kommen und wohin wir wollen."

(...) Regisseur Wolfram J. Starczewski konzentriert sich in Claudia Glasers Bühnenraum voll und ganz auf die Beziehungen und Leidenschaften – vor allem die geheimen – der handelnden Personen, da gibt es keinerlei Ablenkung durch bühnenbild- oder beleuchtungstechnischen Schnickschnack oder opulente Kostüme. Dieses mutige Konzept verlangt den Sängern einiges ab, denn es macht sie zu singenden Schauspielern, funktioniert aber dank der erstklassigen Besetzung erstaunlich gut.

Starczewski hat für das Landestheater Niederbayern eine hochinteressante „Figaro“-Version inszeniert, die zwischendurch immer wieder mit einer für die Opernvorstellung durchaus ungewöhnlichen unverhohlen zur Schau gestellten Erotik daherkommt.

Das wirkt in Starczewskis Regie aber nie künstlich oder übertrieben, ganz im Gegenteil, da knistert’s mitunter ganz gewaltig, ich denke nur an die Szene Gräfin, Susanna und Cherubino zu Beginn des 2. Aktes. Ein Glück – oder auch Pech – dass der Graf mit seinem Auftritt das Treiben stört… (…)

Fazit: Die rundum gelungene blitzsaubere Premiere von Mozarts „Die Hochzeit des Figaro“ setzt die Erfolgsserie des Landestheaters Niederbayern fort. Dieser „Figaro“ prunkt mit erstaunlich hohem gesanglichen und inszenatorischen Niveau (...).

Thomas Ecker, Landshuter Wochenblatt, 10.3.10

(...) In der Inszenierung des Schauspiels „Baumeister Solness“ von Henrik Ibsen im Gießener Stadttheater bieten Gastregisseur Wolfram J. Starczewski und das hervorragend disponierte Ensemble ein spannendes Psychogramm verzweifelter Menschen, die schicksalshaft aneinander gekettet sind und nichts anderes können, als einander zu ängstigen und verletzen. Eine Atmosphäre der Trost- und Freudlosigkeit, aber auch der Konzentration und Stille herrscht in dem bewusst kargen und zugleich sehr raffinierten Bühnenraum von Lukas Noll.

In seiner überlegten, sehr genauen Personenführung zeigt der Starczewski, wie die unterschwelligen Ängste, Wünsche und Sehnsüchte bei Ibsens Figuren nach und nach zum Vorschein kommen. Die psychologisch ausgefeilten Dialoge verfehlen nicht ihre Wirkung, wobei auch das Schweigen die Spannung noch zu steigern vermag und die Worte, die zuerst nur wie beiläufig hingesprochen werden, erst später ihren Sinn und ihre Bedeutung für die nahende Katastrophe enthüllen.

Mit Christian Fries als Solness und Christin Heim als Hilde verfügt Starczewski über zwei großartige Darsteller, die zum einen die Ängste und Schuldgefühle des alternden Baumeisters und zum anderen die Obsessionen des schwärmerischen Mädchens glaubhaft werden lassen. Starczewski klammert in der Beziehung der beiden die erotische Komponente weitgehend aus, was die ganze Sache noch rätselhafter macht. Und doch liegt eine geradezu elektrisierende Spannung in der Luft, wenn der eine in das Kraftfeld des anderen gerät. Mit großer Energie verkörpert Christian Fries einen Mann, der anfangs meint, sich mit Arroganz und Zynismus wappnen zu müssen, und zusehends den Halt unter den Füßen verliert. Die ihm absolut ebenbürtige Christin Heim wahrt bis zum Schluss das Geheimnis des fremden, unheimlichen Mädchens, das Macht über andere hat und die geheimsten Wünsche des Baumeisters lesen kann. (...) Das bis zuletzt gebannte Premierenpublikum dankte allen Beteiligten mit lang anhaltendem Applaus.

Thomas Schmitz-Albohn, Gießener Anzeiger, 16.11.2009

In einer aufs Wesentliche reduzierten Regiesprache hat Regisseur Wolfram J. Starczewski Ibsens "Baumeister Solness" in Szene gesetzt. Starczewski betont die psychologischen Facetten, die Sehnsüchte und Ängste der handelnden Personen. Grundsätzlich wird konzentriert und leise agiert, man lässt sich Zeit. Realismus bleibt gewahrt, auch wenn ein wenig stilisiert und allegorisiert wird. Manchmal kommen die Bewegungen der Schauspieler sekundenlang, wie eingefroren, zum Stillstand: Diese Personenbilder sagen viel über die Beziehungen der Bühnenfiguren untereinander aus. Ihre Einsamkeit wird auch deutlich, wenn das Ensemble vollzählig auf der Bühne erscheint. Auf der Folie dieser Nüchternheit wirken zugespitzte Situationen und das Offenbaren des Innenlebens in emotionaler Hinsicht spannungsreich gesteigert.

(....) Die Verlegung der Handlung in die Gegenwart betont die Zeitlosigkeit der Konflikte: Midlife-Crisis, schlechtes Gewissen des Titelhelden, Eheprobleme, Künstlerträume.

(...) Die immense Steigerung am Schluss wird vom Ensemble unentrinnbar packend gespielt. Mitwirkende und Regieteam ernteten Bravorufe und langanhaltenden Beifall.

Tanja Löchel, Wetzlarer Neue Zeitung, 17.11.2009

(...) Starczewski hat mit seinem siebenköpfigen Ensemble eine Aufführung erarbeitet, die man im besten Sinne des Wortes als pures Schauspielertheater bezeichnen kann. Keine Mätzchen, keine unnötigen Regiegags stören den angenehmen Erzählfluss des Geschehens, der stets den richtigen Rhythmus bis zum dramatischen Höhepunkt findet. Dabei lässt Starczewski allen Figuren viel Raum zur Entfaltung ihrer Charaktere. 
Christian Fries legt in jeder Geste überzeugend die Zerrissenheit dieses Mannes in der Midlife-Crises offen (...) Christin Heim als Hilde Wangel hat etwas Provozierendes und Engelhaftes zugleich. (...) Die Gießener Inszenierung, die bei der Premiere am Samstag mit viel Beifall bedacht wurde, hat nachhaltig bewiesen, wie aktuell und ansprechend dieser Stoff heute noch sein kann.

Marion Schwarzmann, Gießener Allgemeine, 16.11.2009