Create a Joomla website with Joomla Templates. These Joomla Themes are reviewed and tested for optimal performance. High Quality, Premium Joomla Templates for Your Site

„Baumeister Solness" – spannendes Psychogramm verzweifelter Menschen

"Mich interessiert, woher wir kommen und wohin wir wollen."

„Baumeister Solness" – spannendes Psychogramm verzweifelter Menschen

(...) In der Inszenierung des Schauspiels „Baumeister Solness“ von Henrik Ibsen im Gießener Stadttheater bieten Gastregisseur Wolfram J. Starczewski und das hervorragend disponierte Ensemble ein spannendes Psychogramm verzweifelter Menschen, die schicksalshaft aneinander gekettet sind und nichts anderes können, als einander zu ängstigen und verletzen. Eine Atmosphäre der Trost- und Freudlosigkeit, aber auch der Konzentration und Stille herrscht in dem bewusst kargen und zugleich sehr raffinierten Bühnenraum von Lukas Noll.

In seiner überlegten, sehr genauen Personenführung zeigt der Starczewski, wie die unterschwelligen Ängste, Wünsche und Sehnsüchte bei Ibsens Figuren nach und nach zum Vorschein kommen. Die psychologisch ausgefeilten Dialoge verfehlen nicht ihre Wirkung, wobei auch das Schweigen die Spannung noch zu steigern vermag und die Worte, die zuerst nur wie beiläufig hingesprochen werden, erst später ihren Sinn und ihre Bedeutung für die nahende Katastrophe enthüllen.

Mit Christian Fries als Solness und Christin Heim als Hilde verfügt Starczewski über zwei großartige Darsteller, die zum einen die Ängste und Schuldgefühle des alternden Baumeisters und zum anderen die Obsessionen des schwärmerischen Mädchens glaubhaft werden lassen. Starczewski klammert in der Beziehung der beiden die erotische Komponente weitgehend aus, was die ganze Sache noch rätselhafter macht. Und doch liegt eine geradezu elektrisierende Spannung in der Luft, wenn der eine in das Kraftfeld des anderen gerät. Mit großer Energie verkörpert Christian Fries einen Mann, der anfangs meint, sich mit Arroganz und Zynismus wappnen zu müssen, und zusehends den Halt unter den Füßen verliert. Die ihm absolut ebenbürtige Christin Heim wahrt bis zum Schluss das Geheimnis des fremden, unheimlichen Mädchens, das Macht über andere hat und die geheimsten Wünsche des Baumeisters lesen kann. (...) Das bis zuletzt gebannte Premierenpublikum dankte allen Beteiligten mit lang anhaltendem Applaus.

Thomas Schmitz-Albohn, Gießener Anzeiger, 16.11.2009