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Mozart, psychologisch gesehen: Die Oper „Titus“ am Stadttheater Landshut

"Mich interessiert, woher wir kommen und wohin wir wollen."

Mozart, psychologisch gesehen: Die Oper „Titus“ am Stadttheater Landshut

(...) Claudia Glaser hat eine Bühne gebaut, die in ihrer geometrischen Strenge, in ihrem blendenden Licht, in der glatten, fernen Kühle ihrer Farben an die Szenerie kalifornischer Villen in manchen Bildern von David Hockney erinnert. In der gleichen Strenge die Kostüme, von deren einheitlichem Grau und Weiß sich Titus ein wenig abheben darf, Vitellia allerdings in hinreißender Fülle und Eleganz.
Aus diesem Glanz des Anfangs wie aus dieser kalkulierten Strenge gewinnt Wolfram J. Starczewski die Fallhöhe für seine Interpretation des Titus. Einsam, vereinzelt, isoliert ist bei ihm nicht nur der Titelheld. Mir dem Fortschreiten der Handlung geraten alle Figuren immer tiefer in ihre ganz persönliche Isolation hinein. Diese psychologische Sicht kann sich durchaus auf Mozart berufen, der seinen Personen namentlich im zweiten Akt lange und überaus persönlich gehaltene Arien geschrieben hat. An dieser Stelle krönt Anna Janiszewski ihre bewegende Darstellung des Sesto in ihrem Abschiedsgang an Titus „ Deh per questo instante solo“ (Nur einmal noch). Das zentrale Seelendrama des Stückes ist am Ende angelangt.
Musikalisch grundiert war diese psychologische Feinarbeit vom Orchester. (...) Auch die Ensemble-Nummern waren genau ausbalanciert. Das wiederum fand auf der Bühne seine Entsprechung, wo Starczewski seine genau kalkulierte Strenge auch im Tumult nicht aufgab. So gelang ihm mit dem Schluss des ersten Aktes ein bezwingendes Bild. Er zeigt nicht die Aktion des Aufruhrs, sondern den Moment danach. Das Schreckliche ist schon geschehen- die Bombe explodiert, der Zug entgleist, tägliche Bilder aus dem Fernsehen- und in der Erstarrung danach stützen sich die Entsetzten, die Verletzten gegenseitig. Gelingen also auf hohem Niveau - und dazu trug wiederum das vorzügliche Solisten-Ensemble des Landestheaters Niederbayern bei. (...) Am Ende langer Beifall eines bewegten Publikums.


 Hermann Metzger, Landshuter Zeitung, 8.12.08