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»Prinz Friedrich von Homburg« am Stadttheater

"Mich interessiert, woher wir kommen und wohin wir wollen."

»Prinz Friedrich von Homburg« am Stadttheater

Wolfram J. Starczewski, der in Gießen bereits unter anderem „Baumeister Solness“ und „Endstation Sehnsucht“ in reduzierter Bühnensprache inszeniert hat, legt auch mit Kleists „Prinz Friedrich von Homburg“ keine Ausstattungsorgie vor. Seine Inszenierung der Geschichte dieses „sinnverwirrten Träumers“ setzt ganz auf das gesprochene Wort - und er tut gut daran.

Starczewski verzichtet fast komplett auf Requisiten, konzentriert sich völlig auf die Schauspieler und ihre Sprache im fast nackten Raum. Dabei lässt Starczewski seine Schauspieler auf einer teils schwebenden Fläche agieren. Was ist fest, was schwankend, was Traum, was Wirklichkeit? Hier bewegt sich alles auf schwankendem Grund. Dabei ist die von Lukas Noll entworfene Bühne mit ihrer an Seilen hängenden Fläche ein besonders gelungener Hingucker. (…) Lukas Goldbach interpretiert diesen Prinzen, der kein funktionierender Militär ist und sich nicht verbiegen lassen will, mit beklemmender Inbrunst. Sein Prinz ist kein sympathischer Held, sondern ein an den Umständen reifender Heißsporn mit durchaus menschlichen Schwächen. Er ist ein von schreckhaften Zuckungen gebeutelter Träumer in Uniform, aber auch ein junger Mann, der gegen väterliche Überlegenheit aufbegehrt und das eigentlich Unmögliche will. Größenwahn, Selbstzweifel, Rebellentum und Todesfurcht: Dieser Prinz hat von allem im Übermaß. (...)

Karola Schepp, 19.09. 2011, Gießener Allgemeine Zeitung